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100 Jahre 1. Grenadierzug in Gustorf; nur sehr selten wird einer Zuggemeinschaft ein solches, einzigartiges Jubiläum zu teil.

100 Jahre als erster Zug innerhalb des traditionsreichen Grenadiercorps des BSV zu marschieren; ein Privileg, welches es durch pflichtbewusstes und adrettes Auftreten zu rechfertigen gilt. Stolz hat man sich dieser Aufgabe gestellt, gepaart mit Tugenden wie Disziplin und Pflege der Kameradschaft, die Förderung und den Erhalt der Zuggemeinschaft zu sichern.

Der 1. Grenadierzug wurde im Jahre 1909 von Peter Wilhelm Schiffer gegründet.

Zu dieser Zeit marschierten Mannschaftsdienstgrade in üblichen Sonntagstrachten: weiße Paradehose, Zylinder sowie biedermeierlicher Frack. In Anlehnung an die preußische Militärordnung bestand die Uniform der Offiziere aus einem blauen Waffenrock, Feldbinde, Epauletten sowie einem federgeschmückten Zweispitz. Beide Uniformen entsprechen, bis auf geringfügige Änderungen, auch heute noch der Anzugsordnung des Gustorfer Grenadiercorps.

Bereits nach wenigen Jahren wuchs der 1. Grenadierzug auf eine 36-köpige Mitgliederzahl an, was eine interne Teilung anlässlich der Festumzüge in drei Marschblöcke erforderlich machte. Aufgrund der imposanten Grösse wurde die dreigeteilte Einheit, neben Gründer Peter Wilhelm Schiffer, von Werner Lüpschen (Lüpsches Neres) und Josef Baust (Musse Knubbel) in Verantwortung der jeweiligen Zuggruppen angeführt.

Ab 1951 übernahm das Gustorfer Urgestein Jakob Schmitz die Zugführung. Seine fast zehnjährige Führungsposition befähigte ihn schliesslich zu höheren Aufgaben, so dass er von 1960-1975 als Regimentshauptmann fungierte.

Mit Beginn der 60'er Jahre bekleidete Johann Heiden bis ins Jahr 1978 die Zugführerposition. Nach vierjähriger Abstinenz wurde in den Jahren 1982-83 unter Jürgen Holz ein Neuanfang gestartet.

Nach einjähriger Pause entstand unter Mithilfe von „Geburtshelfer“ Sappeur Manfred Brettschneider im Jahre 1985 die heutige Formation des 1.Grenadierzuges, dessen Zugführer Dietmar Klöther dem Zug bis 1993 vorstand. Mit Neuformierung wurden auch der Namenszusatz „Gustorfer-Hof-Schützen“ sowie das zugeigene Wappen implementiert. Pate stand der „Gustorfer Hof“, ein ehemaliger Rittersitz römischen Ursprungs- auf dem heutigen Wiler, ergänzt um Teile des Siegels des Lehnsherren „Heinrich von Goesdorp“, abgerundet mit Zweispitz, Schützensymbol und Gründungsjahr des Zuges.

Aktive und erfolgreiche Teilnahmen im Fackelbau und Schießsport sowie die Ausrichtung des Schützenbiwaks in den Jahren 1992-98 sind kreative Beiträge zur Pflege des allgemeinen Schützenwesens.

Die Förderung des Nachwuchses innerhalb des Grendiercorps war stets Herzensangelegenheit; so konnte mit patenschaftlicher Hilfe ein neuformierter Grenadierzug innerhalb des Corps etabliert werden, der 2. Grenadierzug.

Nach dreizehnjähriger, erfolgreicher und verantwortlicher Tätigkeit als Zugführer wurde Frank Brettschneider (Bello) im Herbst 2007 zum Grendierhauptmann berufen.

 

Soweit bekannt, wurden die Geschicke des Zuges bis dato von folgenden Zugführern gelenkt:

1909-1950  Peter Wilhelm Schiffer sowie Werner Lüpchen und Josef Baust

1951-1959  Jakob Schmitz (Regimentshauptmann 1960-1975)

1960-1978  Johann Heiden

1982-1983  Jürgen Holz

1984-1993  Dietmar Klöther

1994-2007  Frank Brettschneider (Grenadierhauptmann ab 2008)

ab 2008         Bernd Wirth

 

Zum diesjährigen Jubiläumsschützenfest wird der 1. Grenadierzug von Bernd Wirth, Michael Wiezorek und Markus Schlaven als Spieß angeführt.

hintere Reihe v.l.n.r. : Uwe Trippel, Ralf Müller, Michael Wiezorek, Detlef Kohnke, Dirk Dross, Detlef Müller, Matthias Burbach
vordere Reihe v.l.n.r. :  Frank Brettschneider, Mike Schaal, Dirk Müller, Ingo Thiel, Patrick Thiel, Markus Schlaven, Bernd Wirth

 

 

 

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... anläßlich der Jubiläumsfeier zum 90 jährigen Bestehen des

1. Grenadierzuges 

* Gustorfer – Hof - Schützen 1909 *  


Klicken Sie auf das Foto für eine besser Auflösung

Foto: 1991 v.l.n.r.
Frank Brettschneider, Michael Wiezorek, Marco Schurig, Frank Hermann, Detlef Kohnke, Dietmar Klöther, Matthias Burbach, Bernd Wirth, Dirk Müller, Ralf Müller, Mike Schaal, Markus Schlaven, Ingo Thiel, Detlef Müller

 “Wie fruchtbar ist der kleinste Kreis, wenn man ihn wohl zu pflegen weiß.”


Mit diesem Goethe-Zitat endete 1989 die Verlesung der letzten Chronik anläßlich des 80jährigen Jubiläums. Einen teffenderen Leitsatz hätte man nicht wählen können. Dank kameradschaftlicher Pflege des Schützenwesens konnten auch in den vergangenen zehn Jahren weitere Früchte als Ergebnis zielorientierten Arbeitens geerntet werden.

Die Jubiläumsfeier zum 90jährigen Bestehen des 1. Grenadierzuges bietet eine würdige Gelegenheit, Rückschau zu halten auf die Aktivitäten einer sehr lebendigen und gefestigten Zuggemeinschaft.

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Gefestigt schien der Zug bereits seit seiner Gründung 1909, denn schon nach wenigen Jahren machte eine 36-köpfige Mitgliederzahl eine Teilung in drei Marschgruppen erforderlich. Zum Ende der 40er Jahre normalisierte sich die Zugstärke auf gesunden Durchschnitt. Leider kam es auch im 1. Grenadierzug bis ins Jahr 1984, also während der ersten 75 Jahre, zu kurzfristigen Unterbrechungen des aktiven Zugbetriebes. Mit der letzten Wiedergründungsversammlung am 19. Oktober 1984 wurden die intensiven Bemühungen des befreundeten Sappeurs Manfred Brettschneider um Verstärkung des Grenadiernachwuches belohnt und somit die Basis zu einer neuen Aera des Zuges gelegt.

Was mit anfänglich acht Mitgliedern begann, ist seit nunmehr 15 Jahren kontinuierlich gewachsen. So besteht der Stamm des Zuges aus derzeit 17 aktiven Grenadieren. Angeführt seit 1994 von Oberleutnant Frank Brettschneider bilden nach wie vor Bernd Wirth als Leutnant und Matthias Burbach als Spieß den sogenannten Kopf der Truppe.

Die aktive Teilnahmen an diversen Wettbewerben sind der selbstverständliche Beitrag zur Pflege und Aufrechterhaltung des Schützenwesens. Weniger selbst-verständlich, daher unvergessen, war der Sieg beim Schützenfußballturnier 1992. Auch beim Schießsport konnten Dank treffsicherer Schützen häufig vordere, sogar erste Plätze belegt werden. 

Kosten, Arbeit und Liebe zum Detail waren die Investitionsgrundlage für das Ziel eifriger Gestaltungskünstler. Die Rede ist von bisher sieben Fackelbauwerken seit dem Jahre 1985. So folgten den ersten drei mobilen Kleinfackeln insgesamt fünf Großfackeln.  Bauplatz, dieser meist in Personalunion mit den Mannen der zweiten Regimentsfahne erstellten Leuchtobjekte, war die von Oberst Peter Körfer und Gattin zur Verfügung gestellte Gerätescheune.

Als besonders prägendes Kapitel mit äußerst hohem Stellenwert geht das Thema Schützenbiwak in die Geschichte des Zuges ein.

Gemessen an der routinierten Veranstaltungsweise des 11. Grenadierzuges übernahm der 1. Grenadierzug in den Jahren 1992 bis 1998 Verantwortung für dieses traditionelle Sommerbrauchtum.  Es galt, sich als Ausrichter einer neuen, unter kritischer Beobachtung stehenden Herausforderung zu stellen. Eines wurde dabei sehr schnell klar:  Gelingen konnte dies nur in mannschaftlicher Geschlossenheit und unter Festlegung einer klaren Zielvorgabe:

1.     Kurzfristig mußte eine Akzeptanz,

2.     mittelfristig eine Souveränität und,

3.     langfristig ein dem Aufwand entsprechender Ertrag geschaffen werden.

Tragende Säulen wie Ehrgeiz, Sorgfalt, Disziplin, gute Freunde und vor allem die
großartige Unterstützung der Zugdamen waren die Stützen dieser Veranstaltung. Auch der 1996 aus Sicherheitsgründen vollzogene Standortwechsel vom uneben gewordener Kirrmesplatz auf den asphaltierten Schulhof der Regenbogenschule  hat schnell Anklang gefunden.

Die regelmäßige Überreichung beachtlicher Spendengelder an Selbsthilfegruppen oder den Gustorfer Edelknaben, die 1995 erfolgte Anschaffung eigener, kompletter Uniformen und natürlich der “Spaß an der Sache” rechtfertigten das Unternehmen Schützenbiwak.

Nach insgesamt sieben Jahren Verantwortung für Organisation und Ausrichtung trat das Offizierscorps des BSV mit seiner ersten Biwakveranstaltung 1999 die Nachfolge des 1. Grenadierzuges an.

Zwischenzeitlich erhielt der Zug seine ersten Einladungen, das Grenadiercorps Kapellen als Gastzug beim dortigen Schützenzug zu verstärken. Dank des eingesparten Kostenaufwandes entfallender Uniform-Leihgebühren bilden derartige Kurzausflüge eine willkommene Abwechslung im Schützenalltag.

Als Vergnügen der besonderen Art geht zweifelsfrei die viertägige Reise nach Norderney in die Zugeschichte ein. Ende Mai `99 ging es mit einheitlichen T-Shirts, neuen Baseball-Kappen und reichlich Proviant per Bahn und Schiff auf  die ostfriesische Insel.  Königliches Kaiserwetter, actiongeladene Strandfußball-, Radsport- und Bowlingduelle, großer Durst und wenig Schlaf sorgen noch heute für nachhaltigen Gesprächsstoff.

Die Highlights 1999 jedoch fallen in den Monat September. So bildet zum einen die Feierlichkeit am 11.09. den würdigen Rahmen des 90jährigen Zugjubiläums. Schon vierzehn Tage später heißt es dann: “Antreten” zum heimatlichen Schützenfest und “Stillgestanden” vor Zugkönig Emil I Rubin.

Was bleibt ist der Sprung in ein neues Jahrtausend.  So gilt es also auch in den kommenden zehn Jahren weiterhin Ziele und Akzente zu setzen, Freundschaften zu pflegen und neue Freunde zu gewinnen. Es ist daher unser Wunsch, mit kameradschaftlichem und geselligem Handeln den Fortbestand als Einheit zu festigen. Dies, so ist sich die Zuggemeinschaft sicher, dürfte sowohl dem Anspruch des Bürgerschützenvereins als auch dem Sinne der Gründer gerecht werden.

Gustorf, im September 1999
Verfasser:  Dietmar Klöther